Die Sitz- und Flitzhasen sind von der international bekannten Stuttgarter Künstlerin rosalie für die dreiteilige Installation "Lustgarten" auf der Landesgartenschau Ostfildern 2002 geschaffen worden.
Dazu gehören auch der "Froschbrunnen" an anderer Stelle im Park und die "Windhosen" auf drei Kränen am Eingang, die aber nach Ende der Gartenschau abgebaut wurden.
Bedeutung des Titels "Lustgarten"
Der Titel "Lustgarten" spielt auf Schlossgärten früherer Zeit an, die zum "Lustwandeln" einluden, d.h. dem entspannten Umherspazieren in höfischer Gesellschaft. Er lässt im Übrigen an das nahe Scharnhauser Schlössle und seinen Park denken, die unter Herzog Carl Eugen (1728-1793) zu eben diesem Vergnügen entstanden sind.
Feldhasen gab es früher auf den Fildern reichlich, heute eher vereinzelt. Die Sitz- und Flitzhasen der Künstlerin rosalie erinnern daran, wie aufmerksam Feldhasen in der freien Natur immer wieder "sichern" müssen, um bei Gefahr blitzschnell davon springen zu können.
Die Feldhasen sind übergroß und in fröhlichem, signalgebenden Pink und Gelb hier versammelt. Augenzwinkernd ordnet die Künstlerin zwölf Hasenpaare in Kreisform um eine riesige Karotte an. Es gleicht einem rituellen Tanz rund um das bekannte Nahrungssymbol der Langohren.
Für ihre künstlerischen Arbeiten benutzt rosalie prinzipiell Materialien* und Farben unserer Zeit. Die Hasen selbst erinnern an vergrößerte Comicfiguren. Die Künstlerin verbindet also technische Neuerungen und junge Bildformen unserer Gegenwart mit noch verbliebenen Naturerfahrungen und Denktraditionen. Es kommt zu einem Spannungsverhältnis, das die Fantasie in Bewegung setzt.
Geglückte Rettungsaktion - Die Sitz- und Flitzhasen sind restauriert
In der letzten Oktoberwoche 2025 wurden die Sitz- und Flitzhasen an ihrem alten Ort rund um die Möhre im Scharnhäuser Park wieder aufgebaut. Nach mehrwöchigen Restaurationsarbeiten sind sie frisch gestählt und erstrahlen wieder in den ursprünglichen Farben – poppigem Neongelb und Rosa – so wie es einst von der Künstlerin rosalie für die Landesgartenschau konzipiert war.
Ein großer Dank geht an alle Hasenpaten und Spender, die mit ihrem Geld die Hälfte der Kosten tragen. Die andere Hälfte übernimmt die Stadt Ostfildern. „Wir sind beeindruckt vom bürgerschaftlichen Engagement und der Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Die Margarete-Müller-Bull-Stiftung hat daneben ebenso wie die Hofkammer und die Bürgerstiftung einen namhaften Betrag gegeben. Dies hat uns gezeigt, wie beliebt die Figurengruppe der Künstlerin rosalie ist. Sie ist als Wahrzeichen im Scharnhauser Park für viele ein Anziehungspunkt, den man nicht mehr missen möchte. Deshalb haben wir uns auch als Stadt entschlossen, diese Aktion zu unterstützen und die Restaurierung umzusetzen“, erklärt Oberbürgermeister Bolay.
Dies alles wurde initiiert und organisiert durch die Initiative zur Rettung der Sitz- und Flitzhasen, die mit Spendenaufrufen und begleitender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit offenbar viele motivieren konnte. Ein TV Beitrag in der SWR Landesschau und Presseberichte in der Stuttgarter und Esslinger Zeitung und Wochenblättern verhalfen der Aktion zur nötigen Publizität. Aber auch Aktionen wie der Verkauf eines „Möhrenbrotes“ mit Hasenbanderole durch die Ostfilderner Bäckerei Schultheiß oder die Postkartenaktion der Sitz- und Flitzhaseninitiative brachten weitere Spendeneinnahmen.