Jan Zöller

Keine Zeit zum Baden, vom 15. Juni bis 21. September 2021

Ausstellungsansicht "Keine Zeit zum Baden" von Jan Zöller. Große Gemälde in Blau- und Gelbtönen dominieren die Wände. Auf dem Boden ist eine Installation zu sehen: Eine blaue Plane, auf dem kleine Steinskulpturen angeordnet sind. Im Vordergrund steht ein quadratisches Objekt mit blau, gelber Oberfläche, auf der wiederum vier Steine aufeinander gestapelt sind.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellung Jan Zöller: Ein kleiner Raum mit blauem Stoff ausgekleidet. An einer Wand ist eine Projektion zu sehen, die Wasser zeigt. Im Raum steht eine dunkelblaue Couch. Die Szene ist in dunklen Blautönen und Pink gehalten.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellungsansicht Jan Zöller "keine Zeit zum Baden". An den Wänden dominieren großformatige Malereien aus der Werkgruppe "Badebrunnen". Zwei Sofaähnliche Gebilde in hellblau stehen im Raum. Auf dem Boden eine blaue Plane mit gestapelten Steinen.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellungsansicht von Jan Zöller: Vier Malereien zeigen jeweils eine weiße Badewanne vor blauen Kacheln. Orange-gelbe Akzente im Komplementärkontrast.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Künstler: Jan Zöller. Raumansicht. Mittig ein hellblaues Sofaobjekt. Eine Bodenarbeit, die wie ein Fluss wirkt. An den Wänden hängen Malereien in Blautönen.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellung von Jan Zöller: Detailansicht. Fünf aufgestapelte Steine in den Farben Braun, Ocker, Rot, Orange. Untergrund in Erdtönen. Eine blaue Ecke umrahmt die Szene.
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Eine blaue Plane liegt auf dem Boden. Obenauf gestapelte Steine und andere Gebilde. Jan Zöller, "keine Zeit zum Baden".
© Jürgen Bubeck, Alle Rechte vorbehalten
Studio Jan Zöller. Der Künstler steht auf einer Trittleiter und hängt mithilfe einer Wasserwaage ein Bild auf.
© Lukas Giesler, Alle Rechte vorbehalten

Jan Zöller gehört aktuell zu den Stipendiaten des Arbeitsstipendiums der Stiftung Kunstfonds und zu den sieben Preisträgerinnen und Preisträgern des Bundespreises für Kunststudierende 2019.

Die erste institutionelle Einzelausstellung des 1992 in Baden-Württemberg geborenen Künstlers in der Städtischen Galerie Ostfildern präsentiert bestehende Arbeiten aus Sammlungen, neue großformatige Malereien aus der Werkgruppe „Badebrunnen“, sowie eine eigens für den Raum konzipierte Installation, bestehend aus verschiedenen Objekten und einer raumgreifenden Videoinstallation. 

Jan Zöller zeigt in seiner Ausstellung materialisierte Gedankenwelten. Seine Kunst steckt voller persönlicher Bezüge und Erfahrungen, die er in seine ganz eigene Bildsprache übersetzt und in den Kontext des Werkkomplexes setzt.

Der Titel „keine Zeit zum Baden“ bezieht sich zum Einen auf die präsentierte Werkgruppe der „Badebrunnen“, verweist andererseits auf das Dilemma, die richtige “Work-Life-Balance” zwischen Leben, Arbeit und Berufung  zu finden.  

Bilder, installative Elemente und eine Videoarbeit ergänzen einander und ermöglichen unterschiedliche Perspektiven. Brunnen, Wannen und an orientalische Bade-Oasen erinnernde Szenerien seiner Bilder verweisen auf private Momente der Entspannung, des persönlichen Luxus, aber auch auf kulturhistorische Bezüge. Springbrunnen sind zudem eine Metapher für Kreisläufe und “meditatives Geplätscher“.

Das Bild mit dem Titel „keine Zeit zum Baden“ stellt in seiner grauen Tonigkeit einen Kontrast zu den oft in kräftigen Blau-Gelb-Tönen gehaltenen Badeszenerien dar. Ein dystopisch anmutendes Szenario, in dem der Künstler – vertreten durch die abstrahiert angedeuteten, rennenden und farbverklecksten Hosenbeine - Welten einreißt und sich auf den Weg macht, eine neue Welt entstehen zu lassen.

Oliver Körner zu Gustorf bezeichnet dies in seinem Katalogtext "Für immer Baustelle" wie folgt: “(…) die Auflösung der alten Welt und der Wille zur Schaffung einer neuen halten sich in einer fragilen Balance.”