Anja Luithle

schöne Aussichten, vom 23. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016

Galerieleiterin Holle Nann mit der Künstlerin Anja Luithle vor der Serie "Holzaugen".
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
"Holzaugen",2016 von Anja Luithle. Buntstift auf Holzfurnier, montiert auf Kieferplatte, gewachst. Drei Holzplatten mit jeweils einem Augenpaar.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
Ölgemälde "Damast" von Anja Luithle: Eine mit weißem Stoff verhüllte Person steht vor dunkelblauem Hintergrund. Im Vordergrund die kinetische Installation mit Ziegenhaarbesen. Links: "kopfüber", 2007. Ein schwarzes Kleid steht kopfüber im Raum.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
"Ein Vielleicht auf der Welle", 2014 von Anja Luithle. Schwimmende Skulptur GFK, Stahl, Lack. Eine weiße Robe steht im Wasser vor dem Stadthaus. Drei Bürgerinnen verlassen das Stadthaus.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
"Wertpapier Ostfildern", 2016 von Anja Luithle. In einem weißem Rahmen mit Passepartout befindet sich ein Schriftzug und das Ostfildener Logo.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
"kopfüber", 2007 von Anja Luithle. Ein schwarzes Kleid steht kopfüber im Raum.
© Anja Luithle, Alle Rechte vorbehalten

Im Fokus dieser Ausstellung steht die titelgebende, ortsbezogene Arbeit von Anja Luithle. Die Künstlerin hat eigens für diese Ausstellung Elemente ihres Wohnhauses demontiert und nach Ostfildern transportiert. Sie bringt sich und ihr Umfeld im realen Sinne des Wortes ein.
Ihre Heimat, ihr Atelierhaus als Keimzelle ihres künstlerischen Tuns wird in Teilen transferiert in eine neue Umgebung, einen öffentlichen Kontext.

Zentraler Aspekt in Anja Luithles Werk ist immer wieder die Frage, was sich hinter den Dingen verbirgt. Die äußere Hülle lässt oft auf das Innere schließen und provoziert gleichzeitig die Frage nach dem Dahinter, verstärkt die Neugier.
Durch den Transfer in einen anderen Kontext oder die Verknüpfung mit scheinbar Unvereinbarem erschließt sie komplexe Assoziationswelten. Sie spürt Fragen nach Identität, nach Selbst- und Fremdverständnis, nach Rollenklischees nach und fordert ungewöhnliche Sichtweisen heraus.

Über die kinetische Installation

Zunächst wirken die hölzernen Fensterläden deplatziert. Die Größe passt nicht und sie wollen nicht recht zur Architektur des "White Cube" passen. Zugleich wirken sie jedoch beinahe zerbrechlich. Spätestens wenn sie in einer aufeinander abgestimmten Choreographie aufschwingen, sich öffnen und wieder schließen, ihren Rhythmus finden, entfalten sie ihren besonderen Reiz, wirken beinahe poetisch. Sie öffnen den Blick auf künstlerische Welten. Sie dienen gleichzeitig als Projektionsfläche für eigene innere Bilder. Sie können aber auch als Impuls verstanden werden, sich dem Unbekannten zu öffnen.
Das Fremde im Eigenen, das Eigene in der Fremde ist ein zentrales Thema dieser Installation.

Diese wird ergänzt durch eine Auswahl weiterer kinetischer Objekte, deren übergreifendes Thema ebenfalls die Verbindung von Raum und Bewegung ist. Die Kunstwerke entwickeln eine Eigendynamik, übermitteln Botschaften mit einem Augenzwinkern.

Schülerausbildung zu "Kunst-Scouts": Eine fünfte Klasse der Erich Kästner Gemeinschaftsschule wird an die Aufgabe herangeführt, ihren Mitschülern und Erwachsenen ihre Sicht auf Kunst nahe zu bringen und somit neue Seh- und Herangehensweisen zu vermitteln. Entsprechende Führungen sind in Planung.