Alfonso Hüppi

Entwürfelungen, vom 10. Mai bis 14. Juli 2015

1975_004_H_Entwürfelungen, Alfonso Hüppi. Monochromes, großformatiges Holzwerk. Zweidimensionale Kiste aus Holzbrettern, die räumlich, dreidimensional wirkt.
© Alfonso Hüppi, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellung Entwürfelungen von Alfonso Hüppi. Kinder stehen in einem Kreis aus Europaletten, auf denen verschiedene Kindergesichter gemalt wurden.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
Galerieleiterin Holle Nann mit Alfonso Hüppi. Im Hintergrund ein monochromes, großformatiges Holzwerk: Eine Holzkiste scheint auseinanderzufallen.
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Holzrelief, 2010, von Alfonso Hüppi. Drei sich überlappende Latten bilden ein Rechteck. Unregelmäßige Farbflecken in Rosa, Gelb, Braun, Orange, Grün, Schwarz, Weiß und Blautönen. Helle, größendiverse Holzbalken sind ausgespart.
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Holzwand von Alfonso Hüppi, 1974. Zweidimensionales Holzwerk: Zwei Kisten stehen nebeneinander, in konträrer Perspektive.
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da capo, 2002 von Alfonso Hüppi. Mehrere vertikale, schwarze Balken, die eine halbkreisförmige, weiße Fläche mit mehreren schwarzen, organisch geformten Aussparungen umschließen.
© Alfonso Hüppi, Alle Rechte vorbehalten

Sperrige Holzkisten und spröde Abfallhölzer - seit vielen Jahren ist das der Werkstoff, aus dem Alfonso Hüppi seine meist bemalten Objekte und Wandreliefs zaubert.

Er ist der diesjährige Preisträger des art KARLSRUHE-Preises und emeritierter Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.

In den 1960er Jahren war er als Holzsachbearbeiter an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Baden-Baden mit den hermetischen, den Raum umschließenden und zweckgerichteten Transportbehältnissen in Berührung gekommen. Alfonso Hüppi gelingt die spielerische und von Leichtigkeit gekennzeichnete Metamorphose der Kisten zu humorvollen Objekten.

Künstlerische Arbeit: Kisten und Geometrie

Kistenquadrate, quasi die Ursprungsform aus naturfarbenen Brettern, werden nicht nur ihrer ursprünglichen Bedeutung enthoben. Sie werden vielmehr geöffnet, zerlegt, auseinandergenommen, aufgeklappt, "entwürfelt" und die Einzelteile neu zueinander in Beziehung gebracht. Zunächst entstehen zweidimensionale Werke, die Räumlichkeit nur durch perspektivische Anordnung suggerieren; das heißt: Quadrate, Dreiecke, Parallelogramme.

Bei der "Entwürfelung" scheint die Kiste auseinanderzufallen wie bei einem Sturz. Sie wird aber schon im freien Fall reliefartig festgehalten. Durch Verschiebung und Überlagerung entstehen immer neue Konstellationen, die das Auge auffordern permanent die Sicht auf die Dinge zu verändern.

Arbeitsweise

Was Hüppi interessiert, ist in erster Linie die Wechselwirkung von Fläche und Raum, sowie das Zusammenspiel linearer-zeichnerischer Elemente mit der Malerei. Die Architektur der Städtischen Galerie nimmt die Horizontalen, Vertikalen, Schrägen auf. Sie spielt sie in spannungsreicher Wechselwirkung von Fläche und Raum, von Linien, Flächen und Farben zurück.
Wiederkehrendes Leitmotiv der Ausstellung sind die "Köpfe" oder auch "Kopfscheiben". Sie zeigen seine Affinität zum Figürlichen - lebensnah und zauberhaft zugleich, voller Ideenreichtum und Phantasie.

Das Tor von Max Bill

Vertikale Elemente in Weiß wechseln sich mit schwarzen ab. In diesen wird der Betrachter stark reflektiert, deutlich weniger ausgeprägt in den weißen. Er gewinnt so je nach Perspektive den Eindruck, er befinde sich vor dem Tor oder dahinter. Dahinter verbirgt sich die Idee des ägyptischen Scheintores, das den Körper zurückhält, den Geist aber mühelos passieren lässt.