Stephan Balkenhol

Druckgrafik und Skulptur, vom 30. Januar bis 29. März 2011

 "Giraffe", 2000 von Stephan Balkenhol. Ausstellungsbesucher betrachtet lächelnd eine schwarze Bronzeskulptur in Form einer Giraffe. An ihrem Hals klammert sich eine kleine Figur.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
"huckepack", 1998 von Stephan Balkenhol. Bronzeskulptur zeigt zwei Figuren mit weißem Hemd und schwarzer Hose. Die eine Figur trägt die andere Figur auf dem Rücken. Ein Ausstellungsbesucher steht davor.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
Ausstellungsbesucher vor einem großformatigen Holzrelief "Frau", 1999 von Stephan Balkenhol. Die dargestellte Frau trägt ein weißes Oberteil, eine schwarze Hose und schwarze Schuhe. Der Hintergrund ist in einem blassen Blauton angestrichen.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten
Besucherinnen vor der Bronzeskulptur "Janus", 2007, von Stephan Balkenhol. Im Hintergrund drei figürliche Druckgrafiken.
© Günther Müller, Alle Rechte vorbehalten

Einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart ist zu Gast in der Städtischen Galerie. In Kooperation mit dem Verlagshaus Hatje Cantz und der Galerie Löhrl, Mönchengladbach, zeigt die Städtische Galerie Ostfildern Arbeiten von Stephan Balkenhol. Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt seines Werkes.

Schwerpunkt der Ausstellung ist das vielgestaltige  grafische Werk von 1992 - 2008, das in einen spannenden Dialog mit ausgewählten Bronzeskulpturen tritt. Im mittleren Format offenbaren diese sehr konzentriert die bildhauerischen Qualitäten des Künstlers. Das Spektrum der Techniken wird ergänzt durch ein großformatiges Holzrelief und die Holzskulptur "huckepack".

Balkenhol schuf den Typus des Mannes mit schwarzer Hose und weißem Hemd, der als Vertreter der menschlichen Gestalt immer wieder auf unspektakuläre Weise im Werk des Künstlers  präsent ist. Durch Größenverhältnisse, ungewöhnliche Gegenüberstellungen oder Platzierungen und ironische Brechungen erzeugt der Künstler Irritationen, die gängige Sehgewohnheiten unterwandern und den Betrachter immer wieder vor neue Rätsel stellen. Die Figur des "jedermann"  mit schwarzer Hose und weißem Hemd blickt ohne eindeutig identifizierbare Emotionen ins Leere oder fixiert einen Punkt, der für den Betrachter nicht erkennbar ist. So distanziert die Figur den Betrachter, hält ihm gleichzeitig einen Spiegel vor und konfrontiert ihn mit Themen des "Menschseins". 

"Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken." -Stephan Balkenhol-